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Semantic Scholar: Funktionen, Datenbasis und Grenzen

KI-gestützte akademische Suchmaschine („KI light“)

Funktionsweise

  • Frei nutzbar, bei Bedarf Account anlegen bzw. über die Institution einloggen. Aktuell 239 Millionen Dokumente, meist nicht selbst gehostet.
  • Indexiert primär Metadaten (Titel, Autoren, Zitationen), zeigt Abstracts und verlinkt für Volltexte auf externe Quellen wie Verlagsseiten und Repositorien.
  • Nutzt KI zur Verarbeitung der Suchanfrage: automatische Extraktion von Informationen aus Papern, Zitationsanalyse, vektorbasierte Suche. Stark ausgebaut sind Wissensgraphen, Zitationsnetzwerke und semantische Beziehungen.
  • Kein KI-Chatbot: Die Suche läuft über Keywords, nicht über Prompts. Es gibt keinen Dialog und keine KI-generierten Antworten.
  • Für Paper aus arXiv ist ein Semantic Reader integriert.
  • Semantic Scholar ist die Grundlage vieler KI-Recherche-Tools, darunter scienceOS, Elicit, Asta und Undermind. Hier werden Möglichkeiten, Grenzen und Bias von KI gut sichtbar.
  • Zitationen werden eingeordnet: Neben dem Citation Count zeigen „Highly Influential Citations“, ob eine Zitation nur eine Randnotiz ist oder die nachfolgende Arbeit maßgeblich auf den Ergebnissen aufbaut. Zitate werden außerdem nach ihrer Funktion kategorisiert, unter anderem als Hintergrund (Kontext, Theorien) oder Methode (Methodik, Design oder Werkzeuge werden übernommen oder verändert).

Stärken

  • Komplett kostenlos nutzbar. Verbindet eine akademische Suchmaschine mit KI-gestützter semantischer Analyse und erkennt thematische Ähnlichkeiten und Zusammenhänge.
  • Liefert KI-generierte „TL;DR“-Zusammenfassungen vieler Papers und Abstracts.
  • Stark in Technik- und Naturwissenschaften und Medizin.
  • Forward- und Backward-Citation-Tracking (primär linear), Sortierung nach Citation Count. Zeigt wichtige Zitate, zentrale Einflussarbeiten, ähnliche Papers und Forschungsnetzwerke.
  • Semantic Reader und Citation Cards helfen, Literatur schneller zu erschließen.

Grenzen

  • Kein Dialog, keine KI-Antwort auf eine Frage: Wer in Prompts denkt, braucht dafür eines der Tools, die auf Semantic Scholar aufsetzen.
  • Volltexte liegen meist außerhalb: Das System arbeitet vor allem mit Metadaten und Abstracts.
  • Als Datenbasis vieler KI-Tools gibt Semantic Scholar seine Verzerrungen weiter (Kapitel 18).

Dazu kommen die Grenzen, die für alle KI-Tools gelten.

Links

Stand: Workshop-Folien vom 30.09.2026 · Blog: 15. Mai 2026, 18. Mai 2026

Beiträge im Blog zu Semantic Scholar

Weitere Steckbriefe

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