Elicit: Funktionen, Datenbasis und Grenzen
Natives KI-Tool: strukturierte Evidenzsuche und Extraktion
Funktionsweise
- Strukturierte Evidenzsuche und Extraktion: Aus den gefundenen Papers werden Angaben systematisch herausgezogen, statt nur eine Trefferliste zu liefern.
- Breite Literaturbasis. Elicit kombiniert mehrere Indizes: Semantic Scholar, OpenAlex und PubMed ergeben nach Abgleich der Überschneidungen rund 138 Mio. Papers, ClinicalTrials.gov ist ein eigenes Korpus.
- Verlage: Über diese Quellen deckt Elicit große Verlage und Zeitschriften ab, darunter Springer Nature, Elsevier, Wiley, Taylor & Francis und Sage, Universitätsverlage wie Oxford und Cambridge, Fachgesellschaften wie IEEE, ACM, American Chemical Society und American Physical Society, Preprint-Server wie arXiv, bioRxiv, medRxiv und SSRN sowie Behördenquellen wie NIH, OSTI und NASA. Namentliche Verlagspartnerschaften von Elicit selbst nennt der Anbieter nicht; Semantic Scholar unterhält direkte Partnerschaften mit über 50 Verlagen.
- Volltexte: Elicit analysiert den ganzen Text bei Open-Access-Papers oder mit Browsererweiterung und eigenem Zeitschriftenabo, sonst nur Titel und Abstract. Bücher und Dissertationen sind nicht enthalten.
- Eigener Medical-Modus, der den Suchraum gezielter anspricht. Die allgemeine Suche bleibt trotzdem wichtig.
- Anbindung als Konnektor in Claude und als Plugin in ChatGPT (Kapitel 16).
- Nutzung unter Studierenden: In der ZBW-Befragung (n=831 KI-Nutzer) setzen 7,3 % Elicit für die Literaturrecherche ein, 85,9 % kennen es nicht oder nutzen es nicht.
Stärken
- Strukturierte Extraktion statt bloßer Trefferliste.
- Breite Basis aus mehreren Indizes, einschließlich klinischer Studienregister (ClinicalTrials).
Grenzen
- Auch ohne erfundene Quellen kann die Antwort am Thema vorbeigehen: Auf die Frage „Wie beeinflusst KI die Motivation von Studierenden?“ liefert das Tool viele Treffer und eine überzeugende Zusammenfassung, doch „Motivation“ bedeutet in den Theorien Verschiedenes (Kapitel 6).
- Im Vergleichstest vom Juni 2026 (200 Anfragen, durchgeführt vom SciSpace Research Team) lag Elicit nicht vorn.
Dazu kommen die Grenzen, die für alle KI-Tools gelten.
Links
Stand: Workshop-Folien vom 30.09.2026 und 12.09.2026 · Blog: 4. Juni 2026, 11. Juni 2026, 29. Juli 2026, 30. September 2026, 6. Oktober 2026
Beiträge im Blog zu Elicit
- Hochschulen und KI: Andocken oder abschotten? (19. Oktober 2026)
- KI is (s)killing us. (30. September 2026)
- Recherchieren mit Claude: Immer mehr Konnektoren, immer mehr Daten und Literatur. Aber so einfach ist es nicht! Ein Praxisbericht. (5. August 2026)