Scite: Funktionen, Datenbasis und Grenzen
Natives KI-Tool: Zitationskontext und Volltextsuche
Funktionsweise
- KI-gestützte Such- und Analyseplattform mit Fokus auf Validität und Rezeption von Forschungsergebnissen. Datenbank mit über 300 Mio. wissenschaftlichen Volltexten, dazu über 200 Mio. Patente. Zitate werden über Verlagskooperationen direkt aus dem Volltext indiziert.
- Smart Citations: Zitationssätze werden im Kontext analysiert und automatisch als unterstützend (Supporting), widersprechend (Contrasting) oder erwähnend (Mentioning) eingeordnet.
- scite Assistant beantwortet Fragen in natürlicher Sprache. Jede Aussage wird mit Quellen belegt, um Halluzinationen zu vermeiden.
- Reference Check: Manuskript oder PDF hochladen, die verwendete Literatur wird automatisch auf zurückgezogene Studien (Retractions) oder starke wissenschaftliche Kontroversen geprüft. In Collections lassen sich Papers in Bibliotheken speichern, gezielt befragen und vergleichen.
- Viele Volltext-Partner aus dem Bereich Medizin, u. a. AMA, BMJ, Wolters Kluwer Healthcare, American Academy of Neurology, Karger, Thieme und Wiley, dazu Anbindung an medizinische Datenbanken. Wer Scite nutzt, kommt dadurch vielfach hinter die Paywall.
- Im Medizin-Workshop mit einem fundierten Prompt zu UV-Solarien und Melanomrisiko (inklusive Evidenzmatrix) getestet: Die Trefferliste war beeindruckend.
- Anbindung per MCP/API als Konnektor in Claude und als Plugin in ChatGPT (Kapitel 16).
Stärken
- Zitationskontext statt Zitationszahl: Man sieht, ob eine Studie bestätigt oder in Frage gestellt wurde (Kapitel 22).
- Für medizinische Recherche nach meiner Einschätzung derzeit das stärkste KI-Tool, vor allem wegen der Partnerschaften mit medizinischen Verlagen und Fachorganisationen.
- Der Reference Check hilft, die eigene Literaturliste vor der Abgabe auf zurückgezogene Quellen zu prüfen.
Grenzen
- Die Einordnung als unterstützend, erwähnend oder widersprechend ist eine automatische Zuordnung. Im Zitationssatz selbst nachprüfen, bevor man sich darauf stützt.
Dazu kommen die Grenzen, die für alle KI-Tools gelten.
Links
Stand: Workshop-Folien vom 30.09.2026 und 12.09.2026 · Blog: 14. September 2026, 30. September 2026
Beiträge im Blog zu Scite
- Hochschulen und KI: Andocken oder abschotten? (19. Oktober 2026)
- Mit KI, aber ohne Kompass. Wie Studierende an Hochschulen bei der Recherche scheitern. Teil 4: „Fachdatenbanken? Brauch ich nicht. Ich hab Google Scholar!“ (5. Oktober 2026)
- KI is (s)killing us. (30. September 2026)
- Die KI-Recherche hat ein Geisteswissenschaften-Problem - und wir sind Teil davon. (18. September 2026)