Blog › Meine Bilanz nach 100 Tagen LinkedIn: viel Nachfrage nach…

Meine Bilanz nach 100 Tagen LinkedIn: viel Nachfrage nach KI-Themen im Hochschulbereich, aber es fehlt an der praktischen Umsetzung und am Geld.

30. März 2026 · 412 Wörter · Danny Walther

In den letzten 100 Tagen habe ich mich intensiv mit einem sehr konkreten Feld beschäftigt: KI-Kompetenz an Hochschulen. Vor allem Themen wie Literatur- und Datenrecherche mit KI, Visualisierungen mit KI für Studium und Lehre sowie der Einsatz von KI-Detektoren haben mich intensiv beschäftigt.

Ich habe sehr viel dazu gelesen, Tools getestet und in Webinaren praktische Erfahrungen gesammelt. Auf Basis meines gesammelten Wissens habe ich Dutzende Beiträge publiziert und viel kommentiert.

Die Resonanz hier auf LinkedIn war gut (siehe Bild). Über 100.000 Impressionen und viel Zuspruch für meine Beiträge.

Screenshot der LinkedIn-Analysen, Dezember 2025 bis März 2026: 104.641 Impressionen (kumulativ, Kurve steigt von null auf gut 100.000), 1.553 soziale Interaktionen (786 Reaktionen, 248 Kommentare, 17 Reposts, 451 gespeicherte Beiträge, 51 auf LinkedIn gesendet) und 320 Engagements mit dem Link. Rechts die erfolgreichsten Beiträge: „Die weite Welt der wissenschaftlichen Recherche“ mit 13.648 Impressionen, „Google hat die Recherche versaut. ChatGPT erledigt den Rest“ mit 12.358 und der Schreibratgeber „Übers Schreiben: 7 Tipps“ mit 10.974 Impressionen.
Zum Vergrößern anklicken.

Das Interesse nach fundierter KI-Bildung an Hochschulen ist da. Was fehlt, ist Geld, Marktbewusstsein und Strukturen, die Dinge praxisnah zu ändern.

Fünf Anfragen, aber niemand zahlt

Es gab in den letzten 100 Tagen fünf Anfragen aus Hochschulen.

Alle wollten Recherche-Workshops. Für Studierende, Lehrende, Forschungsgruppen. Es war bunt gemischt. Nur eines war gleich:

Niemand wollte dafür zahlen.

Die zwei besten Angebote waren:

  • die Aussicht auf einen bezahlten Tages-Workshop nach einem kostenlosen Vortrag über KI-gestützte Recherche
  • ein Angebot, an einer Hochschule einen zweistündigen Recherche-Workshop für Studierende zu machen, inkl. fachspezifischer Vorbereitung und 3 Stunden Fahrt mit der Bahn (Ticket selbst zahlen) für 250 Euro.

Es gab und gibt noch krassere Angebote, aber dazu vielleicht später mal mehr.

Zunächst mal will ich eines festhalten: Das Interesse nach fundierter KI-Bildung an Hochschulen ist da. Was fehlt, ist:

  • a.) Geld
  • b.) das Bewusstsein, was angemessene Preise sind (und ich rede hier nicht von den Preisen, die in der freien Wirtschaft für KI-Schulungen gezahlt werden)
  • c.) Strukturen, die externe Expertise angemessen einzubinden wissen.

Wie es um die KI-Kompetenz wirklich steht

Gleichzeitig sehe ich - und alle Daten zeigen das ja auch - dass Studierende KI intensiv nutzen. Aber meist auf einem sehr begrenzten Niveau, wenig fundiert und mit starkem Fokus auf ChatGPT.

Bei Lehrenden sieht es ähnlich aus. Wissenschaftsspezifische KI-Tools werden so gut wie gar nicht eingesetzt. Die KI-Bildung ist weithin erbärmlich.

Wenn man hier auf LinkedIn unterwegs ist, wirkt das oft anders. Aber man muss sich klar machen: das hier ist eine Blase. Es gibt eine kleine Gruppe, die sich an Hochschulen intensiv mit KI beschäftigt. Aber die Masse ist planlos. Und: Die Lücken werden immer größer.

Das sind keine Fehler von Einzelnen als vielmehr Strukturmängel: fehlende Budgets, fehlendes Problembewusstsein, langsame Entscheidungsprozesse und eine Kultur, die externe Expertise nicht schätzt - und falls doch, nicht dafür zahlen will. Und nein, das hier ist kein Ich-brauche-Aufträge-Gejammer, sondern die Beschreibung einer Situation, in der gewiss nicht nur ich stecke.

Mein Fazit nach 100 Tagen ist deshalb klar: Der Bedarf an fundierter KI-Kompetenz im Hochschulbereich ist real und akut. Aber das Problem wird nicht gelöst, weil die Rahmenbedingungen nicht passen.