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In Halle (Saale) entsteht das "Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation". Unser Land braucht genau das NICHT.

7. März 2026 · 387 Wörter · Danny Walther

Wir geben in Deutschland sehr viel Geld für Symbole aus. Für Sonntagsreden. Für Prestigeprojekte, die nur Wenigen dienen. Das geplante "Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation" ist so ein Fall. Es sollte 208 Mio. Euro kosten. Inzwischen sind es 277 Mio. Wahrscheinlich werden es am Ende über 300 Mio werden.

Laut Selbstbeschreibungen soll das Zentrum „Dialog ermöglichen“, „Transformation verstehen“ und „Zusammenhalt stärken“. Das klingt so konkret wie ein Horoskop, ist nur viel teurer.

Was die Forschung zu solchen Zentren zeigt

Die Forschung zu solchen Zentren zeigt, dass sie politische Symbolik sind. Sie bringen bisschen was fürs Stadtmarketing und ein paar Arbeitsplätze, ansonsten aber nicht viel. Die oft versprochenen Spillover-Effekte in die Gesellschaft sind mehr als begrenzt. Der Nutzen konzentriert sich primär auf die Reputation und Netzwerke der Beteiligten.

Noch unschöner wird es bei der Frage, wer solche Orte nutzt. Die Datenlage ist hier klar: Die Nutzung solcher Zentren korreliert stark mit Bildung und Einkommen. Mit anderen Worten: Man baut für viele, aber genutzt wird es vor allem von denen, die ohnehin schon Zugang und Bezug dazu haben. Das aber ist eine kleine Minderheit. Die übergroße Mehrheit hat andere Probleme, andere Interessen, andere Orte, aber sie bezahlt solche Projekte mit ihren Steuergeldern.

Das ist nicht als Argument gegen Wissenschaft und Kultur gemeint. Im Gegenteil. Es ist ein Argument gegen die Idee, dass teure Symbolbauten irgendeinen Zusammenhalt stärken oder soziale Probleme lösen. Die Forschung zeigt das Gegenteil: Wenn man wirklich Bildung und soziale Teilhabe verbessern und Zukunftsprobleme lösen will, dann sind kleinteilige Programme in Bildungseinrichtungen und sozialen Einrichtungen viel wirksamer.

Wo das Geld wirklich fehlt

Ich habe selbst mit Transformationsprozessen zu tun. Ich zeige Schülern und Studierenden, Professoren und Bibliothekaren wie sie Künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen können. Nicht als Thema für eine Podiumsdiskussion, sondern in konkreten, praktischen Anwendungen, in Workshops, Schulungen und Lehrveranstaltungen.

Genau dort aber, in den Bildungseinrichtungen und Bibliotheken, fehlt das Geld. Nicht nur für KI-Schulungen, sondern für alles, was Zukunft bedeutet.

Computervisualisierung des Siegerentwurfs für das „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ in Halle (Saale): ein vielgeschossiger, nach links abgeschrägter Turm mit verglaster Fassade und begrüntem Dachgeschoss vor Abendhimmel.
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Statt für hunderte Millionen Euro ein Gebäude zu bauen, in dem ein paar Leute Papier produzieren, sollte man die Probleme der Transformation lieber praktisch angehen und in KI-Bildung investieren, die entscheidend ist für die Zukunft. Mit 277 Mio. käme man da sehr weit.

Im Grunde ist das Zukunftszentrum vor allem eines: Der teure Beweis dafür, dass wir in Deutschland lieber über Zukunft sprechen, als sie zu machen.

Abbildung: Außenperspektive des Siegerentwurfs. Quelle: Zukunftszentrum (Link)

Das ist Deutschland: Wir finanzieren ein Zentrum, in dem künftig über Transformation gesprochen wird, während die Transformation gerade passiert, aber die praktische Umsetzung massiv unterfinanziert ist.