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Generative KI überschwemmt den Buchmarkt. Die Daten zeigen: KI-generierte Bücher drücken die Verkaufszahlen von Nicht-KI-Büchern.

30. Juli 2026 · 311 Wörter · Danny Walther

Die Preprint-Plattform arXiv war für Buchmenschen bisher keine wichtige Adresse, aber seit KI den Markt flutet, finden sich die wichtigsten Erkenntnisse zur Entwicklung des Buchmarkts nicht mehr in schöngeistigen Journalen, sondern auf einem us-amerikanischen Preprint-Server. Aber das nur als kleine Ironie der Geschichte. Wobei es freilich noch eine zweite gibt, die darin besteht, dass die Klage über die Bücherflut so alt ist wie das Bücherschreiben selbst, denn schon in der Bibel heißt es in Prediger 12, 12: "Lass dich warnen: Des vielen Büchermachens ist kein Ende." ( Link)

Die Studie: 14.419 Romane unter der Lupe

Aber gut, genug Bibel, zurück zu arXiv. Dort ist vor drei Tagen ein Paper erschienen, das eine Stichprobe von 14.419 Romanen - alle zwischen 2023 und 2026 als e-Book im Self-Publishing auf Amazon erschienen - auf KI-Einsatz untersucht hat ( Link zum Paper). Dazu wurde ein KI-Detektor mit den Verkaufsdaten verbunden. Wenn er über 25% des Textes als KI-generiert labelte, galt das Werk als KI-Buch. Bei bis zu 25% wurde das Buch als teilweise KI-generiert eingestuft und nur bei 0% als menschengemacht deklariert.

Man mag über diese Zahlen-Einteilungen und die Detektoren-Methodik generell streiten, aber schaut man sich die Ergebnisse an - und vergleicht sie mit dem, was aus anderen Studien bekannt ist - scheint die Sache klar und valide: Die Zahl der Titel explodiert, aber die Verkäufe wachsen nicht im selben Maße mit, wodurch der Umsatz pro verkauftem Buch sinkt. Nicht-KI Bücher haben zwar noch immer den Löwenanteil im Markt, aber der wird kleiner - und auch hier sinken die Margen.

Ich hab die Entwicklung mal fix mit Mermaid visualisiert.

Flussdiagramm zur Studie über den Buchmarkt auf Amazon (14.419 E-Books, 2023 bis 2026), Vergleich nach KI-Anteil: Titel ohne erkannte KI machen 62,9 % der Titel und 71,7 % der Verkäufe aus, teilweise KI-Titel (bis 25 % KI-Text) 17,1 % der Titel und 16,2 % der Verkäufe, KI-Titel (über 25 % KI-Text) 20,0 % der Titel und 12,1 % der Verkäufe. Entwicklung 2023 bis 2025 bei Büchern ohne erkannte KI: Umsatz je verkauftem Titel von 23.877 auf 19.739 Dollar (minus 17,3 %), Verkäufe je verkauftem Titel minus 27,2 %. KI-Bücher gewinnen Marktanteile: Verkaufsanteil von nahe 0 % auf 17,5 % im ersten Quartal 2026, Anteil an den Top-25-Plätzen von 1,2 % auf 18,7 %. Folge für Bücher ohne erkannte KI: weniger Verkäufe, weniger Umsatz, weniger Sichtbarkeit in den Top-Rankings, weil die Zahl der Bücher viel schneller wächst als Verkäufe und Umsatz. Gesamtergebnis: KI-Bücher verkaufen sich zwar noch schwächer als Nicht-KI-Bücher, verändern aber durch ihre große Zahl und einzelne starke Titel den Markt und verringern den Absatz von Nicht-KI-Büchern deutlich.
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Die Leute wollen schließlich Bilder, nicht Text.

Der Trend heißt zusammenfassen statt a u f s c h r e i b e n.

Aber auch das ist ein alter Hut. Denn in Prediger 12, 12 heißt es: "viel Studieren macht den Leib müde." Deshalb: lieber nur kurz auf die Grafik geschaut :)

Nicht von KI geschriebene Bücher dominieren zwar noch den Markt. Doch ihr Anteil sinkt - und die Margen sind bereits im Sinkflug.